• Texturen (2013, mixed media)

    In der Serie „Texturen“ herrscht Flüchtigkeit. Enno Schramm fotografiert Formationen in schmelzendem Schnee und Lichteinwürfe auf Beton. Der direkte Fokus auf die erratischen Spuren von Menschen und Fahrzeugen lassen die Fotografien der Schneebilder abstrakt erscheinen. Sie verschleiern ihren letztlich zuhöchst konkreten „Gegenstand“ und motivieren den Betrachter unweigerlich zu eigenen Wegen in der Wahrnehmung. Durch die Varianz der Motive wird dieser unterschiedlich dirigiert: Der Aggressivität und Zerrissenheit einiger Kompositionen werden Sanftheit und Ruhe gegenübergestellt. 


    Allen Motiven ist ihre absolute Einmaligkeit gemein. Schon wenige Augenblicke nach der Aufnahme ist das Motiv unwiederbringlich verloren, schreitet der Zersetzungsvorgang voran. Faktoren sind hinzukommende Spuren, der Schmelzvorgang und sich verändernde Lichtverhältnisse. Letztlich zeugen die Fotografien der Serie „Texturen“ von einer Hinwendung zum Detail, zum scheinbar Älltäglichen und „Banalen“. Und sie halten so ihr stilles Plädoyer für Neugierde.
    Für die Ausstellung „Texturen“ (2013, Sabine Wild) hüllt Enno Schramm die Fotografien in aktuelle Soundarbeiten mit der Stimme von Silja Orania.